Dies ist Kapitel 1 von 5 unserer Serie „Warum wir die ‚Europäer des Planeten‘ brauchen“ , die jeden Freitag erscheint .
Der Bedarf der Menschheit an Ressourcen der Biosphäre übersteigt derzeit die Regenerationsfähigkeit der Erde für viele der Ressourcen und Ökosystemleistungen, von denen die moderne Zivilisation abhängt. Laut der Methodik des Global Footprint Network verbraucht die Menschheit natürliche Ressourcen und Ökosystemleistungen in einem Umfang, der etwa 1,7 bis 1,8 Erden entspricht, was auf eine anhaltende ökologische Überlastung hindeutet [1].
Konkret bedeutet dies, dass Wälder schneller abgeholzt werden, als sie nachwachsen, Fischbestände schneller dezimiert werden, als sie sich erholen, Süßwasser in manchen Regionen schneller entnommen wird, als es sich regeneriert, und Treibhausgase schneller freigesetzt werden, als natürliche Systeme sie absorbieren können.
Das genaue Ausmaß dieser Überschreitung ist weiterhin umstritten. Kritiker argumentieren, dass der ökologische Fußabdruck [2] unterschiedliche Umweltphänomene zu einem einzigen Indikator zusammenfasst und auf Annahmen beruht, die die Komplexität ökologischer und ökonomischer Systeme möglicherweise zu stark vereinfachen. Einige Forscher betrachten die Zahl „1,7 Erden“ daher weniger als präzise Messung denn als Faustregel, die Richtung und Ausmaß des menschlichen Umwelteinflusses verdeutlichen soll.
Die weitergehende Schlussfolgerung lässt sich jedoch kaum von der Hand weisen. Unabhängige Indizien deuten auf einen beschleunigten Verlust der Artenvielfalt, eine abnehmende Widerstandsfähigkeit der Ökosysteme, weitverbreitete Bodendegradation, Süßwasserknappheit und einen sich rasch verändernden Klimawandel hin. Ob man die genaue Berechnung des Überschreitens der Klimagrenzen akzeptiert oder nicht, die Menschheit übt einen beispiellosen Druck auf die natürlichen Systeme aus, von denen ihr Wohlstand letztlich abhängt.
Die grundlegendere Frage betrifft die Ursachen. Einige Beobachter betonen das Bevölkerungswachstum und argumentieren, dass die Erde eine Bevölkerung von voraussichtlich fast zehn Milliarden Menschen nicht unbegrenzt ernähren kann. Andere konzentrieren sich auf Konsummuster und weisen darauf hin, dass ein Kind aus einer einkommensstarken Gesellschaft ein Vielfaches der Ressourcen eines Kindes aus einer einkommensschwachen Gesellschaft verbrauchen kann.
Eine dritte Denkrichtung hebt technologische Innovation und die Anpassungsfähigkeit des Menschen hervor und argumentiert, dass Ressourcenknappheit immer wieder Effizienzsteigerungen, Substitutionen und neue Produktionsformen angeregt hat.
Die Debatte dreht sich daher nicht mehr darum, ob die Menschheit ökologischen Grenzen gegenübersteht, sondern wie gravierend diese Grenzen sind und welche Kombination aus Bevölkerung, Konsum, Regierungsführung und Technologie letztendlich den Ausgang bestimmen wird.
Sie lasen Teil 1 von 5: „Die große Ressourcenknappheit – eine planetare Herausforderung “. Die Reihe wird nächsten Freitag mit Teil 2 von 5 fortgesetzt: „Wohlstand bei knapper werdenden Ressourcen – das Paradoxon“.
Befürworter
Die stärksten Belege für die allgemeine These stammen aus mehreren weitgehend unabhängigen Beobachtungen:

